Erschossen in Moskau

Die deutschen Opfer des Stalinismus auf dem Moskauer Friedhof Donskoje 1950-1953

21.10.2005 Buchmesse Frankfurt/Main:

Podiumsdiskussion

kranzschleife auf dem Donskoj Friedhof

21.10.2005++ 13 Uhr

Halle 6.1, E905

Forumdialog

Während einer Podiumsdiskussion, an der Arsenij Roginskij (Memorial International), Markus Meckel (MdB und Stiftung Aufarbeitung der SED- Diktatur), Prof. Jenkner (vormals von SMT zu Lagerhaft verurteilt) und Jörg Rudolph (Historiker) teinahmen, wurde über die neuesten Forschungsergebnisse berichtet, wobei man davon ausgeht, dass man betreffs historischer Schicksalsklärung von SMT- Verurteilten erst die Spitze eines Eisbergs erforscht hat. Es wurde die Frage gestellt, warum man erst jetzt beginnt, diesen Teil der deutschen Geschichte aufzuarbeiten. Diese Frage ließ sich laut Meckel , der sich sehr ausführlich darüber äußerte, eigentlich nur mit der schweren Schuld beantworten, die wir Deutsche mit dem Holocaust auf uns geladen haben. Was das aber ursächlich damit zu tun hat , dass die UDSSR ihre Macht in Deutschland stärken wollte und in diesem Zusammenhang z.B. deutsche Arbeiter , Hausfrauen, Schüler und Stdenten und verschleppte und erschießen ließ, bleibt doch ziemlich unbeantwortet. Die Frage, ob man denn die noch ungeklärten Schicksale der nicht heimgekehrten, aber auch nicht offiziell Erschossenen klären könnte, beantwortete Arsenij Roginskij mit JA. Man müsse nur entsprechend in den Akten suchen. Alles wäre festgehalten worden. Und dann würde manchmal auf gewissen Akten als Randbemerkung stehen: "Am X.X.19XX bei einem Waldstück in der Nähe des Ortes XXXXX, oder nahe des Bachlaufes in einer Lichtung im XXX- Wald" und dergleichen. Es ist also noch viel zu tun! Eine Betroffene dankte den am Buch Beteiligten für ihre Arbeit, die ihr endlich ihre Identität zurückgegeben hat, nach der sie über 40 Jahre suchte. Ihr Vater war verschwunden, als sie 2 1/2 Jahre alt war. Sie bedauert sehr, dass die Lokalpresse im Raum Stuttgart so wenig Interesse zeigt.